NANOtechnologie und Überwachungsstaat

Technologisch trägt NANOtechnologie wesentlich in zwei Formen zur Ausweitung von Überwachungstechnologie bei.

- Aufgrund von NANOtechnologie wird Überwachungstechnologie wesentlich billiger und kleiner werden.

- Durch neue biochemische Sensoren wird es möglich sein die Überwachung vom optischen und akustischen Bereich auf den biochemischen auszuweiten.

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Dies ist ein einleitender Überblickstext über NANOtechnologie & Überwachungstechnologie, den Gesamttext könnt Ihr Euch hier anzeigen lassen; - NANOtechnologie und Selbstüberwachung -


Auf dieser Seite findet Ihr einen Linküberblick zum Thema Nanotechnologie als Überwachungstechnologie, unterteilt in Texte von uns und externe Texte. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Ergänzungen sind willkommen.
Texte zu anderen Themen findet Ihr über die Schalterleiste links auf dieser Netzseite - einfach anklicken -.
Einen Überblick über allgemeine und Fachtexte zum Risiko von Nanomaterialien - auch Forschungen zu einzelnen Stoffen/Stoffgruppen - findet Ihr hier links unten unter dem Punkt; - Nanotechnik - Kritik Links -. Zusätzlich findet Ihr allgemeine kritische Texte auf der - Startseite -, die Ihr über Anklicken der Grafik ganz oben erreicht. Dort findet Ihr auch einen - Forderungskatalog - mit einigen grundsätzlichen Forderungen für die Durchsetzung einer von unten bestimmten und umweltschonenden Nanotechnologie.
Zuordnungen sind immer schwierig und ein Stück willkürlich, insofern schaut Euch einfach ein bißchen weiter um.










Und hier noch ein kurzer satirischer Text als Zusatz;
Nanotechnik bzw. Nanotechnologie, Überwachungstechnologie und der Fritz, die Anna, der Michi, Suse & Co. - Ein Bericht aus dem Jahr 2023 -




Bei den Netzseiten in den Rahmen handelt es sich um die Seiten;
NaNie NANO, Texte zum Zusammenhang von Überwachungsstaat und Nanotechnologie &
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Impressum



Zuletzt aktualisiert 30.05.10







Diese Netzseite wurde aufgebaut mit Unterstützung von AK-ANNA
(Arbeitskreis - Alternative Naturwissenschaften Naturwissenschaftliche Alternativen)


















NaNie NANO

Zum Zusammenhang von Überwachungsstaat und Nanotechnologie. Zu den Themen; Überwachung, Datenspeicherung, Datentransfer, Datenschutz, Orwell, Nanotechnologie, Kritik, Auswirkungen, Nanotechnik, RFID Chips, Konsum, Datenspeicherung, gläserner Konsument / Konsumentin, Nanokameras, Nanobots, Big Brother, Paticipatory Panoptikum, Foucault, Subjekt, Biopolitik - Neue sexuelle erfüllung Dank NANOüberwachungstechnik











































Nanotechnik bzw. Nanotechnologie, Überwachungstechnologie und der Fritz, die Anna, der Michi, Suse & Co. - Ein Bericht aus dem Jahr 2023 -


"Beziehungsdynamiken und Nanotechnik bzw. Nanotechnologie und Überwachungstechnologie im 3ten Jahrtausend nach Christi

Dank Nanotechnologie bzw. Nanotechnik und der dadurch leicht erschwinglichen Überwachungstechnologie aus dem Supermarkt hat das sexuelle Beziehungsgeflecht eine ganz neue Dynamik bekommen. Mit Hilfe von Nanotechnologie bzw. Nanotechnik und der dadurch leicht erschwinglichen Überwachungstechnologie überwachen nun viele Männer ihre Freundin mit Nanokamerasonden und auch die Freundin wiederum nutzt neueste biochemische Überwachungstechnologie, mit der sie, Dank Körperschweißanalyse, Rückstände fremder Frauenkörper leicht in seiner Kleidung feststellen kann.
Für viele Menschen sind diese neuen durch Nanotechnologie bzw. Nanotechnik ermöglichten Überwachungstechnologie inzwischen selbst zum Teil der sexuellen Lüste und Praxen geworden. Die Nanotechnologie bzw. Nanotechnik und die dadurch bedingten neuen überwachungstechnologischen Möglichkeiten haben völlig neue Formen des Fetischismus und Voyeurismus hervorgebracht.
Für viele sind die neuen Überwachungsgeräte der Nanotechnologie bzw. Nanotechnik selbst zum Fetisch geworden, so sind viele Menschen ohne das Wissen, dabei gefilmt zu werden, gar nicht mehr in der Lage sexuelle Erregung zu empfinden.
Frauen und teilweise auch Männer duplizieren mit biochemischer Überwachungstechnik aus dem Repertoire der Nanotechnologie bzw. Nanotechnik aber auch den Körpergeruch von KonkurrentInnen und aktuellen LiebhaberInnen des / der Angebeteten um sich damit einzureiben und ihn bzw. sie zu betören. Teilweise nutzen Paare auch einverständlich die durch Überwachungstechnologie aus dem Bereich Nanotechnologie bzw. Nanotechnik ermöglichte Tonaufzeichnung sexueller Seitensprünge um sich zu stimulieren. Eine weitere Nutzung der durch Nanotechnologie bzw. Nanotechnik ermöglichten Überwachungstechnologie besteht darin .."

(Zitiert aus einer sexualwissenschaftlichen Studienarbeit im Jahr 2023)


Der Fritz überwacht die Anna schon lange über diverse Überwachungstechnologie aus dem Bereich der Nanotechnologie bzw. Nanotechnik. Er genießt es Anna beim Fremdgehen, Dank Nanotechnologie bzw. Nanotechnik, mit Überwachungstechnologie beobachten und hören zu können. Beide sind sich darüber einig, daß dies, die durch Nanotechnologie bzw. Nanotechnik ermöglichte Überwachung & Beobachtung, das Miterleben, ihre sexuelle Beziehung auf ein ganz neues Niveau gehoben hat. Auch die Anna nutzt Nanotechnologie bzw. Nanotechnik als Überwachungstechnologie um Fritz zu beobachten. Für sie ist es besonders lustvoll, mit Hilfe der durch Nanotechnologie bzw. Nanotechnik möglich gewordenen Dauerüberwachung, Fritz zu beobachten und zu hören, während Fritz sie beim Geschlechtsakt mit Michi beobachtet. Dank moderner Nanotechnologie bzw. Nanotechnik und der durch sie möglichen Miniaturisierung der Überwachungstechnologie kann sie das sogar tun während sie mit Michi zu Gange ist. An sich stimuliert es sie sexuell auch viel mehr, Dank Nanotechnologie bzw. Nanotechnik und Überwachungstechnologie, Fritz zu beobachten, wie er sie beobachtet, wie sie es mit Michi treibt, als das was Michi tut.
Anna und Fritz sind mit dieser, Dank Nanotechnologie bzw. Nanotechnik und Überwachungstechnologie, möglichen Sexualität hoch zu Frieden. Nur Michi fühlt sich immer, wenn er mit Anna Sex hat, etwas ausgeschlossen.

Alle zusammen nehmen sie an einem, Dank Nanotechnologie bzw. Nanotechnik und Überwachungstechnologie, möglichen großen Kunstprojekt von Suse teil. Suse will mit Hilfe der, durch Nanotechnologie bzw. Nanotechnik nun üblichen, Überwachung der meisten Menschen aus den Bildern und Tönen einen kollektiven Orgasmus zusammensetzen. Dafür läßt sie sich die Bilder und Töne von 20.000 Menschen mit Hilfe der durch Nanotechnologie bzw. Nanotechnik möglichen Überwachungstechnologie in Echtzeit zuschicken. Und überlagert jeweils alle Bilder und Töne von denjenigen der, durch Nanotechnologie bzw. Nanotechnik und Überwachungstechnologie beobachteten, Menschen, die gerade den Geschlechtsakt durchführen. Die so durch die Überwachungstechnologie, Dank Nanotechnologie bzw. Nanotechnik, erhaltenen Bilder werden gemorpht zu einem Geschlechtsakt zusammengefügt. Aus dem so, Dank Nanotechnologie bzw. Nanotechnik und Überwachungstechnologie, entstanden kollektiven Geschlechtsakten hat sie einen Film angefertigt mit dem sie bereits auf der Dokumenta eingeladen war.

Suse will aber mit diesem, Dank Nanotechnologie bzw. Nanotechnik und Überwachungstechnologie möglichen, Kunstprojekt nun auch die Veränderung des Kollektiven Geschlechtsakt über einen längeren Zeitraum dokumentieren. Sie findet die durch die moderne Überwachungstechnologie, Dank Nanotechnologie bzw. Nanotechnik, möglich gewordenen neuen Sichtweisen auf das menschliche Subjekt faszinierend. Mit Hilfe der durch Nanotechnologie bzw. Nanotechnik möglich gewordenen Überwachungstechnologie will sie jetzt auch einen ethnomethodologischen Blick auf den kollektiven Geschlechtsakt werfen.
Für sie ist dies der Beweis das Überwachungstechnologie, Dank Nanotechnologie bzw. Nanotechnik, nun einen befreienden Charakter angenommen hat. Überwachungstechnologie ist nach Ihr, Dank Nanotechnologie bzw. Nanotechnik, zum Zentrum der menschlichen Emanzipation geworden.
Das Arbeitslosengeld-IV-EmpfängerInnen inzwischen verpflichtet sind ihre Überwachungsbilder, Dank Nanotechnologie bzw. Nanotechnik, allgemein öffentlich zugänglich zu machen um so zu gewährleisten, daß sie nicht heimlich eine Paarbeziehung haben, findet sie unter künstlerischen Gesichtspunkten nebensächlich.


J. Djuren
Hannover, 2008






Und noch ein paar Links, was so im Netz zu finden ist zum Thema Nanotechnik, Nanotechnologie und Überwachungstechnik;

- Unter - http://www.3sat.de/nano/astuecke/50586/index.html - und - http://rifid.blogg.de/eintrag.php?id=139 - und - http://www.welt.de/vermischtes/article765669/Die_Toilette_die_selbststaendig_Alarm_schlaegt.html - und - http://www.www.3sat.de/nano/cstuecke/24567/index.html - und - http://www.heise.de/tr/artikel/77910/0/200 - und - http://blog.juergen-luebeck.de/plugin/tag/%C3%9Cberwachung/P2.html - und - http://www.km21.org/nano/main_2005.html - und - http://www.morgenwelt.de/401.html - findet Ihr Texte aus den Medien zum Themengebiet Nanotechnik, Nanotechnologie und Überwachung.

- Unter - http://www.izew.uni-tuebingen.de/bib/thema-nanotech-dossier2.html - und - http://www.izew.uni-tuebingen.de/pdf/dossier_nanotechnologie_2007.pdf - und - - findet Ihr Texte aus dem Bereich der Ethikdebatten zu den Themen Nanotechnik, Nanotechnologie und Überwachung.

- Unter - http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/48646/ - und - http://lamp.tu-graz.ac.at/~nanoanal/de/sub_partner.php?cms_id=I7 - und - http://www.techportal.de/de/21/2/news,public,newsdetail_public/34/date_submission+DESC/,,,,/35/ - und - http://www.kompetenznetze.de/navi/de/Services/ausschreibungen,did=166430.html bzw. http://www.bmbf.de/foerderungen/10471.php - und - http://www.nano.fraunhofer.de/de/informationen.html - und - http://www.iw-online.de/index1.php?kname=Werkstofftechnik&dokument=06_2006_a1_13_1523.htm&abid=a1_13&einzelbeitrag=1&dname_vor=wtechnik_01_01.htm - und - http://www.itas.fzk.de/tatup/042/famo04a.htm - und - http://www.baufachinformation.de/zeitschriftenartikel.jsp?z=06129007957 - und - http://www.techportal.de/de/155/2/static,public,static,1053/ - und - http://www.innovations-report.de/html/berichte/verfahrenstechnologie/bericht-13427.html - und - http://www.ultrasonic.de/article/dgzfp05/htmltxt/v47.php3 - und - http://www.bmbf.de/pub/nano_pro_gesundheit_bericht.pdf - findet Ihr wissenschaftliche Texte und Informationen zu aktuellen Entwicklungen und Fördermaßnahmen im Bereich Nanotechnik, Nanotechnologie und Überwachung. Grundsätzlich gilt, daß NaturwissenschaftlerInnen aber fast immer mehr versprechen und behaupten als hinterher real umsetzbar ist.

- Unter - http://www.chemlin.de/news/feb04/2004020702.htm - und - - und - http://www.heise.de/tp/r4/artikel/14/14870/1.html - und - http://www.stmugv.bayern.de/aktuell/reden/detailansicht.htm?tid=11770 - und - http://gadgetgui.de/blog/?p=21 - und - http://www.tab.fzk.de/de/projekt/zusammenfassung/ab92.htm - und - http://www.bvmed.de/themen/Innovationen/article/Trends_in_der_Medizintechnologie.html - und - http://www.transhumanismus.de/bibliothek/allgemein/transvision2006.html - und - http://archive.infopeace.de/msg03568.html - und - http://www.munichre.com/publications/302-03533_de.pdf - und - http://www.nanopartikel.info/uploads/media/Innovationen_fuer_die_Welt_von_morgen_04.pdf - findet Ihr Texte die affirmativ technologiegläubig technische Möglichkeiten und Wunsch- und Alpträume im Bereich Nanotechnik, Nanotechnologie und Überwachung wiedergeben.

- Unter - its.fh-wedel.de/pdf/Schaar_Wedel.pdf - und - http://www.zit.tu-darmstadt.de/.../bid,1282/check_table,it_chap_downl_embed/~/altmann.pdf - und - http://www.ptb.de/en/aktuelles/archiv/presseinfos/pi2006/pitext/pi060602.htm - und - http//www.uni-stuttgart.de/philo/fileadmin/doc/pdf/gottschalk/ngm-nanobio-2007.pdf - findet Ihr Texte die sich "kritisch" mit Nanotechnik, Nanotechnologie und Überwachung auseinandersetzen, aber teils technologiegläubig sind.




































NANOtechnologie und Selbstüberwachung


Technologisch trägt NANOtechnologie wesentlich in zwei Formen zur Ausweitung von Überwachungstechnologie bei.

- Aufgrund von NANOtechnologie wird Überwachungstechnologie wesentlich billiger und kleiner werden.

- Durch neue biochemische Sensoren wird es möglich sein die Überwachung vom optischen und akustischen Bereich auf den biochemischen auszuweiten.[1]





Und doch ist die ganze Rede vom Überwachungsstaat Unsinn, sie führt an den wesentlichen Problemen vorbei


Der französische Philosoph Michel Foucault hat in seinen Texten zur Analyse repressiver Strukturen moderner Staaten darauf hingewiesen, daß nicht die repressive Wirkung dieser Strukturen die entscheidende ist, sondern die produktive Wirkung. Diese produktive Wirkung besteht z.B. in der Art und Weise in der Menschen sich auf Grund neuer Technologien und technologisch-sozialer Wirkungen selbst begreifen/ihr Selbstverständnis ändern.

Die klassische moderne repressive Technologie besteht in Beobachtung, Klassifizierung der Beobachteten, z.B. in Verhaltens-Klassen - normal / unnormal - und eine der Klassifizierung entsprechende repressive Behandlung der Beobachteten. Dies hat zur Folge daß sich Gruppen bilden. Diese Gruppen bilden wiederum Identitäten aus und gewinnen dadurch Handlungsmacht als Gruppe. Vor der Wirkung der Repression waren dies einzelne und in der Vereinzelung machtlose Individuen.
Die klassische moderne Repression, die wesentlich über die Technologien der Beobachtung und Klassifizierung und damit Gruppenbildung, funktioniert, produziert damit immer ihr eigenes Gegenteil, den Widerstand.
Insbesondere in dem Fall, daß die Repression von einer kleinen Gruppe gegenüber der Mehrheit ausgeübt wird, führt dies langfristig zwangsläufig zum Zusammenbruch des repressiven Systems.
Als Beispiel lassen sich hier die Militärdiktaturen in Südamerika oder die ehemaligen Staaten des Ostblocks aufführen.
Der repressive technologische Überwachungsstaat kann auf Grund dieser soziostrukturellen Folgen technologischer Überwachung nicht funktionieren. Moderne Herrschaft in einer komplexen Gesellschaft kann nur längerfristig funktionieren unter der Bedingung der zumindest partiellen Identifikation der großen Mehrheit der Bevölkerung mit dem System, da ansonsten die Produktivität und Funktionsfähigkeit des Systems durch die 'innere Kündigung' der Mehrheit radikal absinkt. Durch die Überwachung wird aber genau diese Identifikation zerstört, da die Gesellschaft in ÜberwacherInnen, den Staat, und die Überwachten gespalten wird.
Eine Umwandlung der EU in einen repressiven Überwachungsstaat könnte deshalb langfristig eine Situation schaffen in der sogar eine anarchistische Revolution möglich sein würde.
Ich sehe aber trotz ausufernder Überwachungstechnologie nirgends eine solche allgemein repressive Tendenz, denn ich sehe nicht, daß die Repression gegen abweichendes Verhalten pauschal, bzw. für alle Menschen gleich, zunimmt.

Die technokratischen Machbarkeitsphantasien der Überwachungstechnokratie, die gerade im Kontext neuer nanotechnologischer Entwicklungen, zur Zeit den Meinungsmarkt überfluten, sollten als solche, als Phantasieprodukte, kritisiert werden. Dabei stelle ich nicht nur die technologische Machbarkeit in Frage sondern die gesellschaftliche Wirksamkeit.
Obwohl gleichzeitig auch gesehen werden muß, daß viele technokratische Phantasien auch selbst schon in der technischen Umsetzung an der 'Tücke des Objektes' scheitern. Technik ist zum Glück in der Realität immer fehlerbehaftet und störanfällig. Viele der RFID-Chip-Phantasien[2] werden z.B. kaum umsetzbar sein, denn viele der Umsetzungen würden rauschfreie abgeschirmte Räume voraussetzen.

Totalitarismus funktioniert genau dort im wahrsten Sinne des Wortes furchtbar gut, wo die Unterdrückung von der großen Mehrheit der Gesellschaft mitgetragen wird.
Als Beispiel hierfür ist das nationalsozialistische Deutschland zu sehen. In einer Gesellschaft in der die Mehrheit der Bevölkerung sich willfährig als Spitzel gegen Abweichungen betätigt ist Sicherheitstechnologie irrelevant. Im Nationalsozialismus gab es nicht einmal Personalausweise. Und gerade deshalb, weil der Nationalsozialismus nicht technologisch sondern gesellschaftlich-sozial Überwachung organisiert hat, war die Überwachung so umfassend und fast lückenlos.
Deutlich wird dies an den Ereignissen, die unter dem Begriff ‚Hasenjagd' an verschiedenen Orten im Nationalsozialismus stattfanden. Geflohene KZ-Häfltlinge bzw. Kriegsgefangene wurden unter starker aktiver Mitwirkung fast der gesamten Bevölkerung zu Tode gehetzt bzw. erschossen. Am Bekanntesten ist hier wohl die 'Mühlviertler Hasenjagd' bei der von 150 geflohen russischen Häftlingen ganze 9 überlebten. Dazu gibt es den sehr sehenswerten Film Hasenjagd von Andreas Gruber.
Ein solcher Totalitarismus braucht keine Überwachungskameras und auch keine Nanotechnologie.

Gleichzeitig hat Überwachungstechnologie aber gesellschaftliche politisch-soziale Wirkungen, nur andere als die in der technokratischen Phantasie des Überwachungsstaates angedachten.





Das partizipatorische Panoptikum


Durch NANOtechnologie und andere neue Technologien wird Überwachungstechnologie in den nächsten Jahrzehnten billig und allgemein verfügbar werden. Die allgemeine kostengünstige Verfügbarkeit von Kamerahelikoptern - sogenannten Drohnen -, Abhörequipment, Richtmikrofonen, Infrarotbeobachtungsgerät, Sattelitenaufnahmen und die Ausweitung vernetzter Kameratechnologie in vielen Teilbereichen der Gesellschaft u.a. stellen die wesentliche neue Qualität dieser Technologien dar.

Nicht die zentralistische obrigkeitsstaatliche Überwachung, die fast automatisch zur Herausbildung von Gegenidentitäten und zu Widerstand führt, sondern gerade diese dezentralisierte Verfügbarkeit bildet das eigentliche Problem. Zukünftig wird es eine Vielzahl an Institutionen und Einzelpersonen geben, die sich alle gegenseitig und ihre NachbarInnen überwachen.[3]
Stalker werden mit miniaturisierten Kamerahelikoptern[4A] und Abhörequipment aus dem Supermarkt agieren. Eltern ihre Kinder im Kindergarten per Videokamera und Internet fernüberwachen, dies findet heute in den USA schon statt, oder Bewegungsbilder ihrer Töchter und Söhne per GPS erstellen.[4B] Männer und Frauen werden sich in Beziehungen mit Nanosonden gegenseitig ausspähen. Großhandelsketten werden verdeckt KonsumentInnenprofile erstellen. Und auch im Job wird gegen ArbeitnehmerInnen eingesetzte verdeckte Spitzeltechnologie zunehmend alltäglich werden.[4C]
Schulen werden SchülerInnen mit biometrischer Identitätserfassung und umfassender Kamera- und Mikrofonüberwachung kontrollieren[5] und biochemische Nanosonden zur Überprüfung des Drogenkonsums nutzen. SchülerInnen werden im Gegenzug ihre LehrerInnen und Eltern im Privatbereich mit Abhör- und Kameratechnologie ausspähen und die Ergebnisse im Internet öffentlich zugänglich machen oder Kurzfilme mit besonders peinlichen Bildern auf Handys abgespeichert tauschen.
Das Verhalten der SchülerInnen wäre dabei nur die logische Folge der Überwachung in Schulen. Die Zerstörung der Achtung der Privatsphäre in Schulen und Kindergärten und durch Eltern, durch den Einsatz von Überwachungstechnologie in diesem Bereich und im öffentlichem Raum, vermittelt Kindern und Jugendlichen ja gerade, daß es legitim ist jede und jeden überall und immer zu filmen und abzuhören.


Urteil im Fall Katharina S.

Aus den Gerichtsakten des Jahres 2031.
Der Mann Linus K. wird im Fall Katharina S. vom Vorwurf der Vergewaltigung der alleinstehenden 32jährigen Frau freigesprochen.
Katharina S. hatte als Linus K. die Wohnung betrat alle Kameras in der Wohnung deaktiviert.
Einer Frau vom Bildungsniveau von Katharina S. mußte bewußt sein, das Linus K. gar nichts anderes denken konnte, als das sie Sexualverkehr wünschte, welche alleinstehende Frau schaltet sonst ihre Kameras aus?
Die Handlungsweise von Katharina S. überschreitet bei weiten den Punkt der Naivität hin zur Fahrlässigkeit. Sie hatte sogar die Überwachungskamera im Schlafzimmer deaktiviert. Dies mußte von Linus K. als Aufforderung verstanden werden, genauso gut hätte sie sich auch nackt zu Linus K. ins Bett legen können und hinterher klagen.
Das die Kameras dauerhaft abgestellt waren, mindert in Nichts die Schuldhaftigkeit des Handelns von Katharina S., der letztendlich der Tathergang selbst zur Last gelegt werden muß.
Eine Kraftfahrzeugführerin, die ihre Sicherheitsgurte dauerhaft demontiert, handelt dadurch schließlich auch nicht weniger fahrlässig, als eine Fahrzeugführerin, die sich bei vorhandenen Gurten nicht anschnallt, im Gegenteil.[6]



Zwar wird auch hier vieles technisch nur schlecht funktionieren, trotzdem könnte die Folge eine Gesellschaftsentwicklung sein, in der paranoide Persönlichkeitsstörungen zur Normalität werden und die Schraube der Asozialisierung der Menschen noch einmal erheblich angezogen wird.
Und dies wäre ganz im Sinne der 'Spalte und herrsche!'-Ideologie des Kapitalismus. Da in einer Gesellschaft in der niemand mehr irgend jemand traut, solidarischer Widerstand nicht mehr zu befürchten ist. Und solidarisches Verhalten ist die Grundlage jeder erfolgreichen Widerstandshandlung gegen Herrschaft.

Gleichzeitig werden Aufnahmen, die technischen Spuren, die eine/r hinterläßt immer wichtiger für die Selbstdefinition der Menschen. Das 'Ich denke, also bin ich', mutiert zu einem 'Ich werde beobachtet und ich beobachte, also bin ich'.[7] Die Selbstwahrnehmung der Menschen wird zunehmend abhängig von ihrem Anschluß an technologische Netzwerke, das Herausfallen aus den technischen Netzen wird zur persönlichen Katastrophe. Die soziale Stellung in der technischen virtuellen Realität der Telefon-, Kamerabild- und Computernetzwerke erhält für das Selbstwertgefühl und den Rang in der Gruppe eine immer größere Bedeutung und bestimmt darüber auch die eigene Handlungsfähigkeit in der Realität.
Versprochen wird durch die Hyperrealisierung, ein mehr als Realität. Die virtuelle Welt wird zum Maßstab der Realität erhoben. Die Selbstrepräsentation in den technologischen Netzen wird zur zentralen Technologie der Konstruktion des eigenen Selbst.
Die Menschen beginnen so auch freiwillig Daten und Bilder über sich ins Netz einzugeben und dafür auch noch zu bezahlen.

Dabei hat der sich naivstellende Glaube daran, daß Bilder Realität wiedergeben, wieder zugenommen. Die Anfang des 20ten Jahrhunderts vor allem in bildender Kunst und Literatur formulierten Kritik am Realismus (Surrealismus, Expressionismus, ..) ist unbegriffen geblieben. Die wilhelminische und zum Teil auch die faschistische Wahrnehmungsästhetik haben sich in einer Art fotografischem Realismus als stilbildend für Fernsehen, Werbung und Hobbyfotografie im Alltag weitestgehend durchgesetzt. Es wird allgemein so getan als würden Kameras die Realität wiedergeben und nicht nur ein oberflächliches Konstrukt der Realität.
Die allgemeine Verfügbarkeit von Kameras hat im Allgemeinen nicht dazu geführt, daß die Menschen sich ihre Umwelt und das Medium Fotografie kritisch experimentell neu erschlossen haben und z.B. expressionistische oder surrealistische Experimente durchführen. Die Hobbyfotografie bedient vielmehr im Regelfall die Reproduktion des banalen Stereotyps.
Für die Allgemeinverfügbarkeit von Kameras läßt sich ähnliches sehen.
Das Problem ist, daß gerade die permanente technische Weiterentwicklung eine kritische Aneignung unterbindet, da immer neue technische Spielereien oder Vollautomatiken einen technokratischen Zugriff forcieren.

Durch die NANOtechnologie werden all diese technokratischen Entwicklungen im Schnittbereich von Überwachungstechnologie und neuen Medien durch Miniaturisierung, Verbilligung und Ausweitung des technokratischen Machbarkeitsphantasmas weiter forciert.[8]
Die nanotechnologischen Überwachungsphantasien sind aber nur die aktuellste Variante eines technokratischen Machbarkeitswahns, der vorgaukelt, es wäre möglich mit technischen Mitteln die Kontrolle über das eigene Leben und die Umwelt zu gewinnen.

Durch die Allgemeinverfügbarkeit der Technologie zu günstigen Preis könnte Nanotechnologie aber die Entwicklung hin zu einer Art partizipatorischen Panoptikum, einer Gesellschaft in der Alle Alle überwachen, technische Realität werden lassen.[9]





Gleicher als Andere


Dabei ist zu sehen, daß die selbe Überwachungstechnologie unterschiedliche bis entgegengesetzte Auswirkungen für unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen hat.
Der für 2008/2009 geplante elektronische Personalausweis[10] wird z.B. für die meisten Angehörigen der Mittelschicht eine Erleichterung beim Geschäftsverkehr im Internet, beim Reisen, u.a. darstellen. Für MigrantInnen und Teile der Armutsbevölkerung wird er eine weitere Drehung der Schraube von Repression und Ausgrenzung bedeuten, eine Verschärfung der polizeilichen und sozialen Überwachung.
Ähnliches gilt für viele andere Überwachungstechnologien.

Um zu begreifen welchen Zweck Überwachungstechnologie hat, muß zuerst der Mythos der damit verbunden ist kritisch analysiert werden.

Die überbordenden Datensammlungen, der Versuch der Internetzensur (Bombenbauanleitungen), Kameraüberwachung u.a. taugen nicht um real Terrorismus oder Kriminalität zu bekämpfen, alle empirischen Studien belegen dies. Entweder führen derartige Maßnahmen zur örtlichen Verlagerung der Kriminalität[11], sind auf Grund nicht zu verarbeitender Datenfluten untauglich[12], technisch ineffizient[13] oder sie werden schnell durch neue kriminelle Taktiken und Techniken überholt.
Erfaßt und kriminalisiert werden hier primär Bagatelldelikte.[14]

Der Überwachungswahn führt eher im Gegenteil zur systematischen Stärkung organisierter Kriminalität durch mit den ÜberwacherInnen verbundene Gruppen.
Korruption und organisierte Kriminalität finden ihre wichtigste GegnerIn in einer offenen pluralistischen und demokratischen Gesellschaft. Es ist vor allem die kritische demokratische Öffentlichkeit die einen effizienten Schutz gegen organisierte Kriminalität und Korruption gewährleistet.
Der Überwachungsstaat zeichnet sich aber durch einen zunehmenden Abschluß gegenüber dieser kritischen Öffentlichkeit aus, durch überbordende Geheimhaltungspraxen und technologisch administrative Abschottungen.[15] Im Zusammenhang mit exzessiver Datensammlung über das Privatleben von BürgerInnen sind dies optimal Vorraussetzung für Korruption und organisierte Kriminalität semistaatlicher AkteurInnen.

Dazu kommt das die Überwachungspropaganda und paranoide Angstszenarien und die damit einhergehenden Bilder und ideologischen Versatzstücke von 'Asozialen' und 'Zero Tolerance' extralegales Verhalten staatlicher Akteure begünstigt, entschuldigt, legitimiert. Schon heute verhalten sich sowohl Polizei wie Staatsanwaltschaften in der Bundesrepublik systematisch kriminell. Schikanen von PolizistInnen gegenüber sozial ausgegrenzten Gruppen gehören zum Alltag, die Staatsanwaltschaft deckt im Regelfall das Verhalten der BeamtInnen.
Auch Übergriffe gegen Obdachlose durch private Sicherheitsdienste werden z.B. von Polizei und Staatsanwaltschaft häufig gedeckt.
Viel läßt sich in Deutschland dazu von JurastudentInnen erfahren, die Praktika bei Polizei und Staatsanwaltschaft machen müssen; Da werden von einer Staatsanwaltschaft Zeugenaussagen außen vor gelassen die Sicherheitskräfte belasten, um so das Verfahren einstellen zu können, da schikanieren StreifenpolizistInnen transsexuelle Prostituierte, usw..
In den USA, in denen diese Entwicklung weiter fortgeschritten ist, gehört Folter in Gefängnissen inzwischen zum Alltag, in Abu Graib waren primär ReservistInnen beschäftigt, die in den USA im Alltag beruflich im privatisierten Gefängniswesen arbeiten. Menschenrechtsinitiativen (z.B. Amnesty) äußern zunehmend scharfe Kritik an den Verhältnissen in US-Gefängnissen.[16]
Auch hier gilt also, daß der Überwachungsstaat zu ausufernder Kriminalität auf Seiten der Exekutive und Juridikative führt.
Sowohl in den USA, als auch in der BRD führen schon heute die angehäuften Datenberge nicht zu mehr Sicherheit, sondern zur willkürlichen Kriminalisierung politisch unliebsamer KritikerInnen.
Aus großen Mengen an Daten lassen sich durch geschickte Auswahl immer und bzgl. jedes beliebigen Menschen Verdachtsmomente konstruieren.
In den USA wurde Mitglieder des Critical Art Ensembles (CAE - http://www.critical-art.net/ -), einer der weltweit angesehensten linken KünstlerInnengruppen der USA, mit einem Verfahren wegen des Verdachtes auf Bio-Terrorismus überzogen.[17] In der BRD wird gerade (2007) ein Sozialwissenschaftler kriminalisiert weil er in seinen Publikationen Begriffe verwendet, die auch in Bekennerschreiben der Antiimperialistischen Gruppe Verwendung gefunden haben und weil er Zugang zur Universitätsbibliothek hat.[18] Während des G8-Gipfels in Deutschland wurde auf Grund willkürlicher Datenkonstruckte einem Referenten des Gegengipfels die Einreise verweigert.[19]

Aus der sozialwissenschaftlichen Forschung ist außerdem bekannt, daß die Kriminalisierung von Bagatelldelikten, harte Gefängnisstrafen, soziale Verelendung und Gewalterfahrungen, erheblich dazu beitragen Menschen in weitere und extremere Kriminalität zu treiben. Statistisch treten die Folgen steigender Kriminalitätsraten dabei erst mit langjähriger Verzögerung in Erscheinung. Die Folgen der Überwachungsstaats- und Sicherheitspolitiken parallel zur Verarmung großer Bevölkerungsgruppen werden in den kommenden Jahrzehnten die Kriminalität massiv erhöhen.[20]
Heute profitieren wir mit einer niedrigen Kriminalitätsrate von den Reformpolitiken der 80er Jahre. In der Zukunft werden wir mit den katastrophalen Folgen der heutigen paranoiden Kriminalisierungspolitik und einer asozialen Verarmungspolitik (Hartz IV vor allem in der Auswirkung auf Jugendliche - zukünftige Delinquenz -) konfrontiert sein.

Überwachungstechnologie dient also nicht der Erhöhung der allgemeinen Sicherheit im Gegenteil!

Zusätzlich ist zu sehen, daß die meisten Überwachungstechnologie nur als Positivdiskriminierung funktionieren aber nicht als Negativdiskriminierung. Kameraüberwachung um Verdächtige, die bewußt nicht erkannt werden wollen, aus einer Menge herauszufiltern, ist so gut wie wirkungslos[21], um eine Eingangskontrolle zu einem abgeschlossen Bereich zu gewährleisten, bei der Menschen erkannt werden wollen, ist sie hingegen durchaus einsetzbar. Die Technologien funktionieren im Regelfall nur bei bereitwilliger Mitwirkung der Betroffenen. Dies gilt für fast alle Überwachungstechnologien.

Ausnahmen bilden nur die baulich abgeschlossenen Bereiche totalitärer Institutionen, wie Schulen, Gefängnisse, Krankenhäuser, Kasernen und zukünftig evtl. auch Universitäten, in denen eine ausufernde Überwachung mit Hilfe neuer Technologien und die weitere Außerkraftsetzung von Menschenrechten zu befürchten steht. Innerhalb baulich abgeschlossener Bereiche mit überwiegend immer den gleichen Nutzerinnen dürfte sich zumindest ein Teil der technischen Probleme lösen lassen.
Tatsächlich gibt es die Idee Studierende innerhalb der Universität Vollzeit zu überwachen, begründet wird dies perverser Weise mit der Sicherheit der Überwachten (Z.B. in den USA vor Amokläufern) und der Sorge um sie und natürlich mit der Verhinderung von 'mißbräuchlicher' Nutzung (Z.B. Teilnahme ohne Studiengebühren bezahlt zu haben / Umgehen der Anwesenheitspflicht / ..).
Da die Technologien in diesem Fall räumlich eingegrenzt werden in einem Bereich, der nicht allgemeiner öffentlicher Raum ist, steht zu befürchten, daß dies auch politisch leichter durchzusetzen sein wird.

Das heißt zur Überwachung des öffentlichen Raumes sind die meisten Technologien untauglich, sie sind aber sehr gut geeignet zur Absicherung von 'Gatet Communities'[22], zur Absicherung von Identitätsnachweisen an anderen Stellen und zur technischen Rationalisierung totalitärer Institutionen.

Überwachungstechnologie und dies gilt auch für die nanotechnologischen Innovationen[23] führen insofern primär zu weiteren Segregation der Bevölkerung in Gruppen mit weitgehend unterschiedlichen Zugangsrechten und Möglichkeiten. Nanotechnologie als Überwachungstechnik wird zu einer Zukunft beitragen in der nur noch bestimmten Menschen der Eintritt in gehobene Einkaufszentren, Wohngebiete, Universitäten usw. überhaupt ermöglicht wird. Einer Zukunft in der die ausgeschlossenen und verarmten Teile auch von vielfältigen Geschäften im Internet, Wissensressourcen, Krankenversorgung usw. ausgeschlossen sind, da ihnen dazu die nötige ID fehlt.
Außerdem werden Menschen ohne entsprechenden sozialen Status zunehmend Repressionen und willkürlicher Gewalt durch Polizei und private Sicherheitsdienste ausgesetzt sein. Eine Realität, die in französischen Ghettos schon heute Realität ist. Eine Zukunft in der Armut ein Grund wird um Menschen zu Kriminalisieren.[24]

Dies muß leider zusammengedacht werden mit der (Re)Biologisierung politischer Verhältnisse, einem neuen genetisch-neurologisch konstruierten Rassismus entlang sozialer Ausschlüsse und zu ihrer Legitimation. Auch dieser Rassismus wird durch bestimmte nanotechnologische Entwicklungen (DNA-Analyse-Chips, bildgebende Verfahren) weiter verstärkt werden.[25]





Du bist Dein Geruch


Die nanotechnologisch erzeugten Sensoren und Überwachungstechnologien werden nicht nur zu einer Ausweitung der Überwachung auf Ausdünstungen führen, nicht nur zu neuen Methoden der Repression gegen DrogennutzerInnen[26], und nicht nur die Segregationstendenzen verschärfen, sie werden vermutlich auch zumindest am Rand ein höchst absurdes neues Klassifikationsschema für Menschen produzieren.

Sobald massenhaft Daten aus der Anwendung von Geruchsensoren vorliegen wird die Wissenschaft anfangen Menschen in Geruchsklassen einzusortieren. Um dann diesen Geruchsklassen spezifische Eigenschaften zuzuordnen.

So wird es garantiert entlang der Reproduktion sexistischer Stereotype, also banaler Klischees, zur Definition männlicher und weiblicher Geruchsklassen kommen. Um dann den Abweichungen, männlich riechenden Frauen und weiblich riechenden Männern, entsprechend lesbische und schwule Anteile zu unterstellen. Das Ganze wird dann als Bestseller unter dem Titel 'Frauen riechen anders' von Spiegel über die Süddeutsche bis hin zum Stern wohlwollend besprochen.


Liebe

‚Liebt Ihr Euch eigentlich noch?'
‚Das ist vorbei, die hormonell bedingte Duftstoffausschüttung wenn wir uns begegnen ist kaum noch meßbar.'



Vielleicht werden Gerüche auch mit Charaktereigenschaften korreliert werden um auf diese Weise durch Geruchssensoren Kriminelle zu orten.

Natürlich ist dies alles soziobiologistische Willkür. Die Wissenschaftsgeschichte zeigt aber, daß nichts so abstrus sein kann, daß es nicht gemacht würde.
Und die industrielle Vermarktung von Duftstoffen wird davon profitieren.

Die Einführung biochemischer Nanosensoren wird dazu benutzt werden wider einmal sexistische und rassistische Stereotyope im Gewand der Wissenschaft aufzuwärmen.





Forderungen


Im Bereich der Überwachungstechnologie sind die Probleme weder technologisch verursacht noch technologisch lösbar.
Dies gilt für die Anwendungsbereiche der Technologie, diese Technologie ist immer schon gescheitert, da sie Ausdruck des Scheiterns der Gesellschaft ist, und dies gilt für den Umgang mit Überwachungstechnologie.
Antiüberwachungstechnologie, die von Teilen der Linken, z.B. in Form von Verschlüsselungssoftware, gefordert wird, ist keine Lösung. Antiüberwachungstechnologie ist Überwachungstechnologie, z.B. um Netzwerkzugänge als Antispysoftware zu überwachen, oder im schon genannten Beispiel der Verschlüsselungssoftware, als Textzugangskontrolle.

Gebraucht werden gesellschaftlich politische Alternativen. Die Forderungen hier beziehen sich insofern auch nicht direkt auf NANO-Sicherheitstechnologie oder Sicherheitstechnologie allgemein sondern, außer der letzten, auf den Kontext dieser Technologien.

- Statt den technokratisch paranoiden Phantasien der Sicherheitstechnokraten eigene ebenso technokratisch paranoide Phantasien entgegenzusetzen, gilt es, klar und deutlich für das Konzept einer offenen und freien Gesellschaft einzutreten, mit dem Ziel ein Zusammenleben zu schaffen, das ein Abschließen oder gar Überwachen der Haustür oder Zimmertür überflüssig macht, weil jede/r sich auf den Respekt der Anderen für ihre/seine Privatsphäre verlassen kann.

Es muß darum gehen den Respekt vor der Intimsphäre, der Integrität des/der Anderen zum Selbstverständnis werden zu lassen. Dies Alles setzt z.B. einen vorsichtigen Umgang mit Bildern voraus, und sollte dazu führen, daß Bilder überhaupt nur mit Einverständnis gemacht werden.

Dazu wird ist es notwendig den Schein technokratischer Lösungsansätze als Schein aufzudecken.
Die Überwachungstechnologie ist ein typisches Beispiel einer technokratischen Scheinlösung. Statt die gesellschaftlichen, politischen und sozialen Ursachen für Gewalt und Angst kritisch zu analysieren und politische Lösungen zu suchen wird versucht die Folgen technokratisch zu unterdrücken. Dies führt solange die Ursachen fortbestehen aber immer nur zu einem Verschub des Problems.

- Um diese Zusammenhänge begreifbar zu machen muß das technokratische Konzept des Wissens an sich in Frage gestellt und durch einen kritischen psychologischen, politischen und historischen Wissensansatz ersetzt werden.

Außerdem muß der technokratische sich naiv stellende Glaube an die Abbildungsrealität technischer Aufzeichnungsgeräte durch eine abbildkritische Wahrnehmungsästhetik außer Kraft gesetzt werden.

Dies läßt sich durchaus in konkrete Forderungen umsetzen;


- Die Anwendung von Überwachungstechnologie in Schulen und Kindergärten ist zu untersagen.


Nicht überwachte Räume und Zeiten für Kinder und Jugendliche sind psychologisch und sozial substantiell damit Menschen eine eigenständige Subjektidentität, eine eigenständige kritische Wertung und einen Begriff der Menschenwürde überhaupt entwickeln können. Die Totalüberwachung von Kindern und Jugendlichen ist ein Angriff auf die Substanz der Menschenrechte und ein Verbrechen wider die Menschlichkeit.


- Die Überwachungstechnologie im öffentlichen Raum wird zurückgebaut.

- Die Rechte am eigenen Bild und anderen technischen Aufzeichnungen von der eigenen Person werden ausgeweitet. Ohne Genehmigung dürfen Aufzeichnungen weder hergestellt, noch gespeichert oder gesendet werden. Es sei denn es gibt ein überwiegendes öffentliches Interesse.


Die technische Überwachung sanktioniert primär normative Abweichungen die gar kein Gefährdungspotential für andere Menschen darstellen, reale Gefahren können technisch nicht ausreichend erfaßt werden. Die technisch unterstützte Kriminalisierung abweichender Verhaltensweisen dient der Simulation von Sicherheit und der Befriedigung des kleinbürgerlichen Hasses auf alles, was nicht der eigenen Einkaufsmeile in abwaschbarer Glas-Stahl-Architektur, dem modernen Pendant zum Vorgartenzwerg, entspricht. Technische Überwachung ist der Versuch den öffentlichen Raum gleichzuschalten.
Abweichung ist aber die Basis von Kunst, politischen Protest und gesellschaftlicher Innovation. Diese werden ins Halbprivate und in die Randgebiete abgedrängt, damit besteht die Gefahr, daß sie ihr Innovationspotential für die Gesamtgesellschaft verlieren.
Dringen notwendig ist die Vermittlung eines Bewußtseins für die Bedeutung durchmischter und streitbarer öffentlicher Räume als Zentrum der Gesellschaft.


- Die Vermittlung kritischer politischer, psychologischer und historischer Theorie und Gesellschaftsanalyse muß systematisch unterstützt werden.


Der naive Glaube an die technische Abbildbarkeit der Realität im Objektiv der Kamera geht einher mit einem Verlust am Begreifen der komplexen hintergründigen Zusammenhänge. Die Bildoberfläche verschweigt soziale, psychologische und politische Strukturen, die das Handeln bewirkt haben. Auch die Historie der Tat wird auf einige Filmminuten reduziert. Ein Verstehen wird dadurch unmöglich. TäterInnen erscheinen als abweichende Monster, die am besten wegzuschließen sind.


- Die Vermittlung einer Kritischen Abbildästhetik muß systematisch unterstützt werden. Dabei sollte auch die Kritik der technokratischen Nutzung der Mathematik (Statistik) integriert werden.

- Filmförderung und öffentlich rechtliches Fernsehen werden darauf verpflichtet ästhetisch experimentelle Filme, die eine kritische Wahrnehmungsästhetik fördern, gezielt zu unterstützen und einem breiten Publikum zugänglich zu machen, z.B. durch Finanzierung und Ausstrahlung zur Hauptsendezeit und das Einstellen freier Kopiervorlagen ins Netz.


Da Überwachungstechnologie außerdem in einem engen Zusammenhang mit der zunehmenden Aufspaltung der Gesellschaft steht muß dringend wieder die 'Gleichheit' aller Menschen, z.B. bzgl. des freien Zugangs zu allen gesellschaftlich relevanten Bereichen und Räumen, in der Gesellschaft eingefordert werden.


- Die Diskriminierung von Menschen auf Grund ihres sozialen Hintergrundes (Einkommen usw.) muß unterbunden werden. Dies gilt explizit auch für den Sektor der privaten Wirtschaft.


Da Kapitalismus fundamental auf dieser Diskriminierung aufbaut, wird sowohl dieser letzte als auch der erste Punkt nur in einer freien anarchistischen Gesellschaft vollständig umsetzbar sein.
Im Gegensatz zur Propaganda der freien Marktwirtschaft ist auch der Kapitalismus auf der Reproduktion der herrschenden Nomenklatura aufgebaut und schlägt aus der Angst der Menschen, die er auf einander hetzt, Kapital. Im Anarchismus, in dem das Einkommen sowieso irrelevant wäre, würden solche paranoiden Ängste, die aus der individuellen Überforderung und dem Konkurrenzwahn im kapitalistischen Alltag resultieren, ihre Grundlage verlieren.
Trotzdem ist es wichtig dies als Ziele auch für heute klar zu formulieren, um die Widersprüche dieser Gesellschaftsform zwischen Anspruch und Realität zu verdeutlichen.

Der Widerstand gegen Überwachungstechnologie hat nur als Kampf für eine freiere Gesellschaft eine Aussicht auf Erfolg, da die Probleme nicht primär technologischen Ursprungs sind.
Deshalb sind hier Analysen und Forderungen aufgeführt die weit mehr als den engen technologischen Bereich betreffen.
Aus all diesem ist für den Bereich der Nanotechnologie / Überwachungstechnologie zu fordern;


- Die Entwicklung von personenbezogener Überwachungstechnologie sollte grundsätzlich nicht mehr mit öffentlichen Mitteln oder von öffentlichen Institutionen gefördert werden.











Fußnoten

- Fußnote 1 - Zurück zum Text
Auf dem Markt ist bereits ein Produkt der Firma Lumiphore - Portfolio Factsheet of Nanostart AG Lumiphore - http://streaming.nanostart.de/download/lumiphore-neu-komplett.pdf - November 2006 - Nanostart AG Frankfurt/M.

- Fußnote 2 - Zurück zum Text
Frankiewicz, Ada - Ein Traum, RFID - http://rauchen.gmxhome.de/zigarettenkirchechomsky/rfid.html - 2006 - Berlin

- Fußnote 3 - Zurück zum Text
Cascio, Jamais - The Rise of the Participatory Panopticon - http://www.worldchanging.com/archives/002651.html - 4.5.2005 - MeshForum conference, Chicago

- Fußnote 4A - Zurück zum Text
Dambeck, Holger - DROHNE FÜR JEDERMANN, Mal sehen, was der Nachbar treibt - http://www.spiegel.de/netzwelt/spielzeug/0,1518,456942,00.html - SPIEGEL ONLINE - 29 Dezember 2006 - Hamburg

- Fußnote 4B - Zurück zum Text
Überwachung der Kleinsten mit GPS - http://gadgetgui.de/blog/?cat=14 - Blog: Gedgetguide - 2.12.2006

- Fußnote 4C - Zurück zum Text
Leider muß zunehmend von der Herausbildung eines Industriell-Politischen-Komplexes von Rüstungsindustrie-Überwachungstechnikindustrie-Privaten'Sicherheits'Diensten-Gefängnissindustrie und Politik ausgegangen werden, in den USA gehört dieser Komplex bereits zu den wichtigsten Wahlkampffinanziers (die Gefängnisindustrie ist in Kalifornien der zweitgrößte Arbeitgeber).

- Fußnote 5 - Zurück zum Text
Derjenigen, die all dies für zu ausgedacht hält, empfehle ich z.B. den Artikel 'Lasst die Maschinen nicht mit den Kindern spielen!' zur Schülerüberwachung im Jahr 2005 zu lesen - http://www.civic-forum.org/index.php?lang=DE&site=ARCHIPEL&sub_a=ARCHI_135&article=800 - Archipel, Zeitschrift des Europäischen BürgerInnenforums - 17.3.2006 - Basel, Schweiz

- Fußnote 6 - Zurück zum Text
Aus dem Tagebuch einer Zeitreisenden - http://www.3tes-jahrtausend.org/europaeische_union/eu_zukunft.html - 2007 - Hannover

- Fußnote 7 - Zurück zum Text
Frankiewicz, Ada - Warum ich Terroristin geworden bin - http://rauchen.gmxhome.de/zigarettenkirchechomsky/fotos.htm - 2006 - Berlin

- Fußnote 8 - Zurück zum Text
Treder, Mike - In the Camera's Eye - http://crnano.typepad.com/crnblog/2006/06/in_the_cameras_.html - US Today, June 27, 2006 (posted) - McLean, VA, USA

- Fußnote 9 - Zurück zum Text
Legnaro, Aldo (Institut für Sicherheits- und Präventionsforschung, Hamburg) - Aus der Neuen Welt: Freiheit, Furcht und Strafe als Trias der Regulation* - http://www.isip.uni-hamburg.de/04%20Texte/AL%20Trias.htm - In: Leviathan S. 202-2202 - 2000

- Fußnote 10 - Zurück zum Text
Hägler, Max - Geschäfte mit dem digitalen Abdruck - http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2006/04/19/a0080 - taz, Berlin -19.04.2006

- Fußnote 11 - Zurück zum Text
Zurawski, Nils - Nach Kofferbombenfunden, mehr Videoüberwachung gegen den Terror? - http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23376/1.html - telepolis, Hannover - 22.08.2006

- Fußnote 12 - Zurück zum Text
Rötzer, Florian - Geheimdienste in der Datenflut - http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19951/1.html - telepolis, Hannover - 23.04.2005

- Fußnote 13 - Zurück zum Text
Beispiel für ein solches Scheitern ist die elektronische Fußfessel; Rötzer, Florian - Probleme mit der GPS-Überwachung von Straftätern - http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25889/1.html - telepolis, Hannover - 07.08.2007

- Fußnote 14 - Zurück zum Text
Bei der weit überwiegenden Zahl der durch die Videoüberwachung in Großbrittanien Kriminalisierten handelt es sich um Verkehrsdelikte oder um Fälle von Trunkenheit in der Öffentlichkeit. In Newcastle ergab eine Untersuchung, daß 69% der Verhaftungen auf Grund der Videoüberwachung durch Trunkenheitsdelikte begründet waren, 10% aller Beobachtungen von Frauen dienten der sexistisch, voyeuristischen Befriedigung der Überwacher; Veil, Katja - Videoüberwachung in Großbrittanien - http://de.geocities.com/veilkatja/pdf/England1.1.PDF - Diplomarbeit "Raumkontrolle-Videokontrolle und Planung für den öffentlichen Raum", TU Berlin - Oktober 2001). Zukünftig ist wohl mit einer Verschärfung dieses Wahnsinns und z.B. einer Kriminalisierung rauchender Jugendlicher mit Hilfe der Kameraüberwachung zu rechnen. In Berlin wurden bereits jugendliche Graffitisprayer mit Hubschraubern und Wärmebildkameras, also mit militärischer Hochtechnologie, gejagt. Billige Nanoüberwachungstechnologie wird eine weitere Drehung der Schraube dieser Art totalitären Polizeiterrors bewirken.

- Fußnote 15 - Zurück zum Text
Rötzer, Florian - Gefährdung der nationalen Sicherheit - http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22568/1.html - telepolis, Hannover - 30.04.2006

- Fußnote 16 - Zurück zum Text
Amnesty International hat eine Kampagne gegen Folter in US-Inlandsgefängnissen lanciert. Amnesty International - Torture and abuse of prisoners - http://www.rightsforall.amnesty.org/what/appeals/torture.htm - Netzseite Rights for All - 2007

- Fußnote 17 - Zurück zum Text
Siehe - http://www.caedefensefund.org/ -

- Fußnote 18 - Zurück zum Text
Nowak, Peter - Angeblicher Schlag gegen Militante Gruppe - http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25876/1.html - telepolis, Hannover - 04.08.2007

- Fußnote 19 - Zurück zum Text
Enzian, Heidi - Piratenlogo verhindert Einreise - http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25481/1.html - telepolis, Hannover - 11.06.2007

- Fußnote 20 - Zurück zum Text
In den USA sind diese Effekte zum Teil schon zu beobachten in den immer weiter steigenden Zahlen der Gefängnisinsassen. Die USA ist heute weltweit der Staat mit den meisten Gefängnisinsassen im Verhältnis zur Bevölkerungszahl. Inneramerikanischer KritikerInnen sprechen inzwischen vom 'modern Gulag western style' Lendman, Steve The US Gulag Prison System - http://www.zmag.org/content/showarticle.cfm?ItemID=10132 - Netzseite ZNET, Woods Hole, Massachusetts, USA - April 21, 2006.

- Fußnote 21 - Zurück zum Text
"Computergestützte Gesichtserkennung eignet sich nach Ansicht des Bundeskriminalamts (BKA) derzeit nicht zur Fahndung nach Terroristen. Die Trefferrate heutiger biometrischer Systeme sei zu niedrig, sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke in Wiesbaden. Er werde das System Innenminister Wolfgang Schäuble nicht empfehlen. Ziercke berief sich dabei auf einen Feldversuch seiner Behörde am Mainzer Hauptbahnhof. Dort waren Kameras installiert worden, die 200 Testpersonen aus dem Strom der täglich rund 23.000 Passanten herausfiltern sollten. Selbst bei besten Lichtverhältnissen habe keines der drei erprobten Systeme eine Trefferquote von mehr als 60 Prozent erreicht, sagte Ziercke. Das Ziel, eine Gefahr zu verhindern, erreiche man damit nicht. Erforderlich seien nahezu 100 Prozent. Dies werde in den nächsten fünf Jahren technisch nicht zu erreichen sein, so Ziercke. Das BKA hatte den Modellversuch im Oktober vergangenen Jahres gestartet. In der Empfangshalle des Hauptbahnhofes waren mehrere Kameras montiert worden, die mit Rechnersystemen im Keller des Gebäudes verbunden waren. Die Kameras sollten dabei die gespeicherten Fotos der Testpersonen mit den Gesichtern der Passanten anhand biometrischer Gesichtsmerkmale vergleichen, die sich nicht einfach verändern lassen und auch gleich bleiben, wenn die Personen älter werden. Dazu zählen etwa die oberen Ränder der Augenhöhlen, bestimmte Bereiche des Kieferknochens und des Mundes. Die Trefferrate hing den Angaben zufolge vor allem von den Lichtverhältnissen ab. Bei Dunkelheit sank sie auf zehn bis 20 Prozent. Ungünstig wirkte sich auch Bewegung aus: Bei stillstehenden Personen auf der Rolltreppe lag die Quote zwischen fünf und 15 Prozent höher als auf der Fußtreppe. Einsatzgebiete sieht der BKA-Präsident aber zum Beispiel bei Zugangskontrollen und Personenschleusen, wo die Beleuchtung stimmt und die Personen einzeln in die Kamera blicken. Als eine weitere Möglichkeit nannte Ziercke 3-D-Kameras. Sie könnten dem polizeilichen Erkennungsdienst Aufnahmen liefern, die so genau seien, dass der Computer sie mit alten Karteifotos vergleichen könne." (laut SWR) Weitere Infos findet Ihr unter; Mainzer Pilotversuch Gesichtserkennung fehlgeschlagen - http://www.n24.de/politik/article.php?articleId=133703 - N24 - 11. Juli 2007 & Rat, Christian - Interview: "Biometrie ist kein Allheilmittel" - http://www.taz.de/index.php?id=start&art=1726&id=442&cHash=4dc1fdfd85 - taz, Berlin - 10.07.2007

- Fußnote 22 - Zurück zum Text
Zinganel, Michael - New Urbanism zwischen Agoraphobie und künstlichem Paradies - http://www.derive.at/index.php?p_case=2&id_cont=47&issue_No=12 - In: dérive, Zeitschrift für Stadtforschung, Wien - Ausgabe 12 - Juni 2003

- Fußnote 23 - Zurück zum Text
Was zur Zeit an Technologie hier im Entwicklungsstadium ist, kann einer im Auftrag des BMBF erstellte VDI-Studie entnommen werden; Hg.: VDI Technologiezentrum GmbH für das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) - Nutzung der Nanotechnologie für sicherheitstechnische Anwendungen - http://www.zukuenftigetechnologien.de/ZTC_Band_63_Nutzung_der_Nanotechnologie_
fuer_Sicherheitstechnische_Anwendungen_l.pdf
- Düsseldorf - Mai 2006 Hier finden sich genau die genannten Technologien, z.B. biometrische Zugangskontrollen und DNA-Analyse-Chips.

- Fußnote 24 - Zurück zum Text
Ein Phänomen, daß nicht nur / nicht primär durch Technologie verursacht wird, aber durch Überwachungstechnologieeinsatz verstärkt wird. Zum sozialen und politischen Hintergrund findet Ihr viel an Informationen auf der Netzseite von Loic Waquant - http://sociology.berkeley.edu/faculty/wacquant/ - http://sociology.berkeley.edu/faculty/wacquant/articles/Articles/PunitivePaternalism.php aber auch bei anderen AutorInnen, z.B.: Sherry, Michael - Dead or alive: American vegeance goes global - http://didattica.spbo.unibo.it/adon/files/ris_article3.pdf - Review of International Studies, Ausgabe 31, Seite 245 bis 263 - British International Studies Association, Aberystwyth, UK - 2005 Böhnel, Max - Die Gefängnisbranche boomt - http://www.heise.de/tp/r4/artikel/9/9354/1.html - telepolis, Hannover - 18.08.2001

- Fußnote 25 - Zurück zum Text
Genauer ist dies ausgeführt im Artikel zu Nanotechnologie und Medizin auf dieser Netzseite: Djuren, Jörg - NANOtechnologie, Anwendungen in der Medizin - http://www.ak-anna.org/nano_risiken/texte/nanotechnologie_medizin_ueberblick.html - Netzseite NaNie NANO, Hannover - 2007

- Fußnote 26 - Zurück zum Text
Peterson, Christine - No secrets in a future with nano sensors? - http://www.earthsky.org/article/50772/christine-peterson-interview - Earth & Sky, November 2006 - Austin, TX, USA