NANOtechnologie Kritik, wozu und wer wir sind


NaNie NANO ist der Versuch einen Zusammenhang zur Kritik der Nanotechnologie in Deutschland im linken nicht parteigebundenen Spektrum aufzubauen. NaNie NANO soll langfristig sowohl informieren und Informationen beschaffen, als auch Aktionen durchführen. Interessierte aus linken Hintergründen sind eingeladen mitzumachen. Dies ist eine Initiative aus dem - Arbeitskreis-Alternative Naturwissenschaften Naturwissenschaftliche Alternativen (AK-ANNA - http://ak-anna.org) - und der - graswurzelrevolution Hannover (Gruppe gewaltfreie AnarchistInnen - http://www.3tes-jahrtausend.org/anarchie_hannover/
graswurzelrevolution.html
) -.

Nanotechnologie, daß ist heute vor allem Materialtechnologie. Altbekannte Stoffe werden in Nanoform in Umlauf gebracht. Sei es in der Sonnenschutzcreme, im Schuhputzspray, in der Antihaftbeschichtung gegen Graffitys, als Schmutzschutz auf dem Sofa oder in Lackierungen.
Die Stoffe haben in Nanoform völlig andere biochemische und biophysikalische Eigenschaften, ausgewiesen werden muß dies nicht. Risiken und Nebenwirkungen sind bisher nicht erforscht, es gibt aber Hinweise auf massive Gefahren für Gesundheit und Umwelt.
Die zweitgrößte Rückversicherungsgesellschaft der Welt (SwissRe) warnt davor diese Risiken zu versichern, da kumulative Langzeitfolgeschäden, vergleichbar denen von Asbest, befürchtet werden.
Den politisch Verantwortlichen sind diese Problem bekannt, in unterschiedlichen Kommissionen und auf Kongressen wurden sie benannt, geschehen ist aber fast nichts. Die Technologiefolgenforschung läuft der industriellen Verwertung hoffnungslos hinterher. Nanotechnologie das ist heute ein Großversuch mit der Menscheit und der Erde als Laboratorium. Sicher, viele Nanomaterialien werden sich tatsächlich wohl als nur bedingt gefährlich oder als ungefährlich erweisen, einige andere aber werden mit großer Wahrscheinlichkeit zu neuen Krankheiten (z.B. Nerven / Gehirn) und Abertausenden Toten führen. Dies Risiko benennen auch einige kritische NanowissenschaftlerInnen.

Das Grundproblem ist das hier künstlich erzeugte Stoffe ausgebracht werden über deren Folgewirkungen kein ausreichendes Wissen vorliegt. Diese Stoffe werden Lebensmitteln beigemengt, Kosmetika und erreichen uns auch über vielfältige andere Konsumgüter.

Die Nanotechnik wiederholt die alten Fehler der frühen Jahre des Umgangs mit chemischen und radioaktiven Substanzen, die Krankheit, Tod und Elend für Abertausende bedeutet haben.
Anfang des 20. Jahrhunderts mag hier zum Teil auch das Bewußtsein gefehlt haben, z.B. als Schuhgeschäfte Röntgengeräte aufgestellt haben um die Paßgenauigkeit von Schuhen zu prüfen (in den zwanziger Jahren des 20ten Jahrhunderts in Berlin), oder Tausende von ArbeiterInnen in radiochemischen Fabriken vergiftet wurden.
Heute ist dieses Risikobewußtsein aber vorhanden und die Firmen und WissenschaftlerInnen, die Nanotechnik derartig verantwortungslos einsetzen, müssen als das bezeichnet werden, was sie sind, VerbrecherInnen.

Dabei hat die Nanotechnologie durchaus positive Entwicklungsmöglichkeiten, im Unterschied zur Gentechnologie (Kritik siehe z.B. - http://www.ak-anna.org/texte.htm#genetik - und - http://www.halluzinogene.org/wir.html -) oder zur Atomenergietechnologie (Kritik siehe z.B. - http://www.anti-atom-aktuell.de/ -).
Sie ist eine Technik, die sehr konkrete und wünschenswerte technologische neue Möglichkeiten den Menschen erschließen könnte, z.B. die Einsparung von Rohstoffen, Ersatz problematischer Stoffe, Erhöhung der Energieeffizienz, Erhöhung der Lebensdauer von Produkten, usw. und dies auch wirklich und tatsächlich und nicht nur als Reklameversprechen.
Und bei umsichtiger basisdemokratischer freiheitlicher gemeinschaftlicher Zielbestimmung der Forschung könnte Nanotechnologie dazu beitragen das Leben aller Menschen angenehmer und freier, im Sinne der Erhöhung individueller und gemeinsamer Handlungsspielräume, zu gestalten.
Grundvorraussetzung wären langfristig angelegte genaue Risikostudien, vor dem Inverkehrbringen eines neuen Nanomaterials, und der totale Stopp der Finanzierung von Rüstungs- und Überwachungstechnologie und ihrer Entwicklung.

Unter den gegeben gesellschaftlichen Verhältnissen wird aber auch die Nanotechnologie zu einem weiteren Nagel im Sargdeckel von Freiheit und Leben der Menschen. In sofern ist an der Nanotechnologie sehr gut zu sehen, wieso wir einen grundlegenden Umsturz der herrschenden Verhältnisse brauchen und alle mitbestimmen und Verantwortung übernehmen müssen. Den NaturwissenschaftlerInnen und Ethikkomissionen dies zu überlassen, ist verantwortungslos.

"Wes Hafer ich fress, des Lied ich sing", gilt auch und gerade in diesem Bereich. Und diejenigen, die den Hafer bezahlen, die Konzerne, sind primär am kurz, im besten Fall, mittelfristigen Gewinn interessiert. Dieses Ziel bestimmt über den Einfluß auf die wichtigsten Forschungsgelder auch die öffentlich Forschungsförderung, die Ziele der Forschung und Technologieentwicklung. Als zweiter wichtiger Finanzier bestimmen in den modernen neoliberalen Staaten die Kriegsministerien und die Rüstungsindustrie die Forschung. Insbesondere in den USA gibt die DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency) bei vielen Entwicklungen die Richtung vor.

Zusätzlich wirken die im Alltag verankerten strukturellen Machtverhältnisse Sexismus und Rassismus durch die überwiegend männliche weiße Nomenklatura der Forschenden auf die Forschungsrealität. Diese Herrschaftsverhältnisse finden ihren Niederschlag in der Engführung von Fragestellungen, der Ausblendung von Lebensrealitäten von Frauen und Menschen im Trikont und in der Ausblendung der Auswirkungen der Technologie auf diese. Und sie werden deutlich in den männlichen Größenphantasien, die die Forschungsrealität in der öffentlichen Wahrnehmung überlagern.
So werden in der Öffentlichkeit, anstatt die realen Umwelt- und Gesundheitsgefahren der Nanotechnologie zu thematisieren, männliche Allmachtphatasien diskutiert. Männliche Phantasien in denen sich Naturwissenschaftler als Schöpfer einer neuen Art von Superwesen, Nanorobotern die die Macht übernehmen, konstruieren. Technisch machbar ist sowas nicht, und interessant höchstens als Grundlage zur Analyse der psychotischen Subjektstruktur dieser Wissenschaftler, die sich in einer Gottesposition immaginieren.



In der Realität führt dies leider zur Ablenkung der Debatten von den realen Problemen. Die Medien greifen dies populistisch auf, lassen sich doch mit diesen Männerphantasien auch gut reziproke sexualneurotische Ängste vor kleinen eindringen Teilchen, die dann die Kontrolle übernehmen, öffentlichkeitswirksam und auflagensteigernd ansprechen.

Die Entscheidungen über zukünftige Entwicklungslinien der NANOtechnologie werden heute gefällt. Deshalb halten wir es für überfällig eine klare Positionierung auch aus dem linken politischen Spektrum heraus zu entwickeln und eine entsprechende politische Einmischung zu organisieren.
Dabei geht es einmal um kurz- bis mittelfristige reformistische Forderungen an die Regierenden, und darüber hinaus um die Einbettung der Analyse und Aktionen in den langfristigen grundsätzlichen Widerstand gegen Herrschaftsverhältnisse und um die Entwicklung von Alternativen.

Ausführlich mit Quellenbelegen und weiteren Hinweisen ist all dies auf den Unterseiten dieser Netzseite ausgeführt, hier haben wir um der Übersichtlichkeit Willen darauf verzichtet.

Falls Ihr Interesse habt und mitmachen wollt, meldet Euch doch einfach (- 3.Jahrtausend@gmx.net - Nur Sendungen die im Betreff am Anfang das Wort 'Himbeere' stehen haben werden beachtet, alle andere Post wird als Spam gelöscht!!). Auch Kritik interessiert immer.

FIN





















Impressum



Zuletzt aktualisiert 30.05.10





Diese Netzseite wurde aufgebaut mit Unterstützung von AK-ANNA
(Arbeitskreis - Alternative Naturwissenschaften Naturwissenschaftliche Alternativen)


















NaNie NANO

Nanie NANO, Nanotechnologie, Eigendarstellung