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Protokoll Ak-ANNA Frühjahr 2004



  1. Text: Was ist feministische Naturwissenschaftsforschung ?
    Der Text befasst sich mit den grundsätzlichen Ansatzpunkten der feministischen Naturwissenschaftskritik. Er zeigt die verschiedenen Phasen der Forschung auf, wo jeweils Kritik angebracht wäre (Auswahl des Forschungsobjekt, Auswahl der Messmethoden,Verarbeitung der gemessenen Daten, Interpretation der Ergebnisse).
    Unsere Diskussion fand vor allem über die am Anfang des Textes erwähnte Studie statt. Es geht dabei um ein Experiment bei dem bei zwei Gruppen bestehend aus jeweils 19 Frauen und 19 Männern kerspintomographische Aufnahmen vom Gehirn während der Beschäftigung mit Sprachaufgaben gemacht wurde. Dabei kam die Studie zu dem Ergebniss, dass bei der Gruppe der Frauen andere Gehirnregionen im Schnitt aktiviert wurden, als wie bei der Männergruppe. Die im Text erwähnte Studie mit 19 Frauen und Männern ist die Studie schlechthin, laut Kat, die überall zitiert wird.
    Es gibt daneben noch eine anderere Studie mit 100 Menschen, einmal mit jeweils 50 Frauen und 50 Männern (Experiment I) und das andere mal mit jeweils zwei gemixten Gruppen (Experiment II). Die beiden Experimente führten jeweils zu widersprüchlichen Ergebnissen. Diese Unterschiede wurden auch in renommierten Wissenschaftlichen Zeitungen veröffentlicht, aber nicht in der populärwissenschaftlichen Presse.
    Probleme der Studie:
    Das grundsätzliche Problem an der Studie liegt daran, dass Gehirne unterschiedlich gross sind und so auch die einzelnen Regionen des Gehirns nicht eindeutig bestimmt werden können.
    Ein weiteres Problem ist die Art und Weise, wie die Daten zusammengestellt werden.
    Es kam dann die Frage auf, wie es besser gemacht werden könnte, ob eine andere Wissenschaft möglich ist.
    Zuerst wurde eingebracht, dass mensch sich die Problematik bewusst machen muss. Es kamen dann die zwei Thesen auf, wie mensch denken müsste :
    1. Es gibt eine nichteindeutige Wirklichkeit.
    2. Es gibt viele Wirklichkeiten.
    Wir kamen dann zu dem Schluss, dass die vielen Wirklichkeiten zu einer nichteindeutigen Wirklichkeit zusammengefasst werden könnten.
    Die Diskussion wurde mit diesem Fazit beendet (genauere Ansätze zu einer alternativen Wissenschaft siehe Protokoll vom Samstag).

  2. Text: Das Gehirn als Emanzipationsbremse ?
    Der Text befasst sich mit den Experimenten in denen durch tomographische Mesungen des Gehirns angeblich rausgefunden wurde, dass bei Frauen und Männern unterschiedliche Hirnregionen bei gleicher Tätigkeit aktiv sind.
    Kritisiert wurde, dass der Text erst beim letzten Punkt, der Interpretation der Ergebnisse mit seiner Kritik ansetzt. Wie wir im vorherigen Text gesehen hatten, können schon vorher falsche Schlussfolgerungen gezogen werden.
    Ein weiterer Kritikansatz an dem Text war er sich nur auf zwei, drei "Standardfehlschlüsse" der Hirnforschung bezüglich Gender bezieht.
    Es gibt aber auch noch differenziertere Theorien und Experimente, bei denen es wichtiger wäre sie zu zu kritisieren, da die Kritikansatzpunkte nicht so offentsichtlich sind.
    Wir haben uns dann während der weiteren Diskussion vom Text entfernt. Unter anderem haben wir uns überlegt, wo das Denken stattfindet. Ob es erwiesen wäre, dass das Denken wirklich im Gehirn stattfinden. Ein Argument dafür sind die Auswirkungen von Gehirnverletzungen.
    Dann haben wir einen kurzen Exkurs in die Genetik gemacht, da in dem Text eine kurze Einführung in den Stand des Wissens von der Enstehung von Geschlecht gegeben wurde.
    (Was ist die DNA ? DNA = Molekühl, Was ist ein Chromoson ? ganz lange DNAs, sie befinden sich in der weiblichen Eizelle und in der männlichen Samenzelle, einige sind so gefaltet wie ein X oder Y )

  3. Text: Sex on the brain
    Wir hatten das Buch, welches in dem Artikel besprochen wird, während der Zugfahrt durchblättert. Das Buch stellt die die Theorie auf, dass die Fähigkeit zu Emphatie durch die weiblichen Hormone verursacht würde und Männer daher naturgegeben weniger Einfühlungsvermögen als Frauen hätten. Die Besprechung kritisiert die Ansätze nicht, sondern wird noch primitiver (weil Männer früher Jäger waren trifft das zu ... ).
    Daher haben wir uns damit nicht weiter befasst.

  4. Text: The most important sexual organ
    Der Text schien uns ein weiterer Beitrag zum Streit zwischen Neurologen und Hormologen zu sein (Welche Wissenschaft ist wichtiger ? ).
    In dem Text geht es um Intersexualität. Die Autorin beschreibt die Probleme von Intersexuellen und die Forschungsansätze in diesem Bereich. Sie beschreibt ein paar "Frankensteinexperimente" wo z.B. bei die Gehirne von weiblichen Vogelföten in männliche Vogelföten verpflanzt wurden und umgekehrt. Die Experimente zeigten, dass geschlechtstypisches Verhalten nicht alein durch die Hormone verursacht wird.
    Der Text zieht daraus den Schluss, dass es ein weibliches und ein männliches Gehirn unabhännig von den Hormonen gäbe. Daher könnten intersexuelle Kinder das falsche Geschlecht zugeordnet werden. Und sie sich dann im falschen Körper fühlen, ebenso wie Transsexuelle.
    Uns schien es so, als würden die Probleme von Intersexuellen als Rechtfertigung für die Forschung in diesem Bereich benutzt. Ausserdem erschien uns der Forschungansatz wie ein Versuch die eindeutige Ordnung von zwei Geschlechtern wieder herzustellen.
    Es kam dann noch die Frage auf, ob es sinnvol wäre ein intersexuelles Baby sofort nach der Geburt zu operieren. Dafür spricht die Diskriminierung des Kindes als Zwitter der Umgebung. Dagegen spricht das Selbstbestimmungsrecht des Menschens und die traumatische Operationserfahrung im Kleinkindalter. Es ist auf jedenfall eine schwierige Entscheidung für die Eltern.

 


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Zuletzt aktualisiert 30.05.10



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